Das bisschen Haushalt ist doch nicht so schlimm…

In den 60er Jahren entstand das Lied …“ das bisschen Haushalt ist doch nicht so schlimm sagt mein Mann, das bisschen Haushalt macht sich von allein sagt mein Mann…“ seitdem hat sich viel geändert.

Ja, es ist richtig, dass seit dieser Zeit Küchenmaschinen wie Krups und Braun in die Haushalte eingezogen sind. Geschirrspülmaschinen von Siemens und AEG (Aus Erfahrung Gut) sollten das Geschirrspülen vereinfachen. Staubsauger von Vorwerk oder Sebo, vereinfachen das Saugen und alles kann etwas schneller gehen. Doch eines ist geblieben. „Das bisschen Haushalt“ das macht sich immer noch nicht allein.

Zudem haben sich die Rollen im Haushalt und in der Kindererziehung gewaltig geändert. Der Wandel wurde notwendig. Während in den 60er Jahren noch der Mann allein das Geld nach Hause bringen konnte, sind nun zwei Verdiener notwendig. Ein Zeichen dafür, dass es die Unternehmen geschafft haben durch Ihre Shareholder Values die Unternehmensgewinne so zu optimieren, das der Arbeiter mit immer weniger auskommen muss und dennoch glücklich ist. Eine schier unglaubliche Leistung meiner Meinung nach.

Väter nehmen sich jetzt auch gern mal eine Auszeit, um das Heranwachsen Ihrer Kinder miterleben zu können. Das ist eine, aus meiner Sicht, gute Errungenschaft. Aus meinen Erfahrungen damit kann ich aber sagen, dass Männer dann oftmals auch mit den gleichen Symptomen zu kämpfen haben, wie es bei den Frauen vorher war. Denn eine Auszeit von Einem Jahr oder gar 3 Jahren scheint heute in dieser schnelllebigen Zeit ein Unding zu sein. Wie viele Schulungen, das Tages Geschäft die Nähe zu den Kunden und Mitarbeitern hat man verloren? Das alles wieder auf zu bauen und nachzuarbeiten nachdem man ja den ganzen Tag zu Hause war und ausschlafen konnte, bevor man das bisschen Haushalt dann gemacht hat, scheint in den Köpfen der Menschen, die das nicht erlebt haben wohl schwer nachvollziehbar.

Kein Wunder, dass selbst die Werbung dann bei einer Bewerberin fragt „…und was haben sie die letzten Jahre so gemacht?“ Die Antwort natürlich nicht anders sein kann, als …. „Ich habe ein erfolgreiches Familienunternehmen geführt“. Man und Frau wollen sich ja nicht die Blöße geben, dass sie weiterhin unbezahlt seit 6 Uhr morgens auf den Beinen sind. Und das bisschen Haushalt, wie Frühstück machen, aufräumen, saugen, fegen, wischen der Wohnung, einkaufen gehen, meist bei Drei Lebensmittelgeschäften, um Geld zu sparen,  Mittagessen vorbereiten, welches heute immer später zu sich genommen wird, Besorgungen machen, Haushaltsbuch führen, Waschen, Wäsche aufhängen, immer noch Bügeln, Geschirrspüler einräumen und nach dem Waschen wieder ausräumen, Hausaufgaben mit dem Filius machen und oder kontrollieren, mit dem Filius oder der Filia zum Vereinssport gehen, nett lächeln und winken, wie die Madagaskar Pinguine, nach Hause fahren, noch drei weitere Kinder nach Hause fahren, deren Eltern vergessen haben, Ihre Kinder ab zu holen oder nicht konnten, nach dem Abend Bad alles wieder aufräumen und sauber machen, Abendbrot vorbereiten, Abendessen, und vielleicht noch selbst zum Sport gehen,  Haushaltsbuch führen, damit man weiß wo der schnöde Mammon hin ist und spätestens um 23 Uhr auch mal zu Bett gehen, damit man oder Frau am kommenden Tage auch wieder fit ist. Wenn man dann auch noch halbtags arbeiten geht, damit man seinen Lebensstandard halten kann, sind für diese Aufgaben, dann plötzlich statt 17 Stunden nur noch 11 Stunden Zeit das unter zu bringen. Manchmal bin ich dankbar, dass ich selbständig bin und ein Teil meiner Zeit einteilen kann, damit keiner zu kurz kommt.

Wie gesagt das bisschen Haushalt ist doch nicht so schlimm, dass was aber daran hängt um so schlimmer. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass jeder einzelne Tag eine Herausforderung ist, die Gemeistert werden muss und ich somit der Werbung recht gebe, ich führe ein „kleines gutgehendes Familienunternehmen“.

Hört meine Worte, bald kommt wieder die Pflege der Eltern dazu, denn nicht jeder wird sich ein Altersheim oder eine Alten WG leisten können. Zudem ist mit Geld ja auch nicht alles auf zu wiegen!

In diesem Sinne werde ich mich jetzt mal wieder um das bisschen Haushalt kümmern, was am Rest des Tages noch übrig ist. Ich freue mich jedenfalls darauf heute Abend bei einem guten Essen mit meiner Familie zusammen zu sein.

Alles Liebe

Euer Andy

 

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